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Hannah: "Es
muss aussa"
‚Meine Lieder schreibt mein Leben‘ oder Hannah, eine Frau geht ihren Weg
Klick - www.hannah-musik.at- Klick – Presse… Hannah auf der Wiese, zwischen
Blumen kniend, im karierten Top oder im weißen Kleid hübsch anzusehen. Dann
rüber zu YouTube und das Video zu ‚Magst mi eh‘ suchen. Kategorie:
Volksmusik. Klick: Ein Teich, viel Wiese, Hannah steht auf einer kleinen
Brücke. Sie singt. Eine zarte Ballade, kein „Rustikal", sondern zu hören
sind Textzeilen wie ‚Soll i mi für dich umdrahn, aber dann bin i nimmer i‘.
Volksmusik? Wiesen, Bäche und Blumen - soll das Volksmusik sein? Nein,
Hannah aus Tirol gehört nicht nur bei YouTube in eine andere Kategorie. Viel
besser aufgehoben wäre sie da unter ‚Starke Frauen‘.
Hannah, aufgewachsen in der Nähe von
Innsbruck und seit Jahren musikalisch tätig, hat für ihr Leben ein Talent
mit auf den Weg bekommen: Sie singt zum Niederknien gut. Genau hier beginnt
aber bereits das leidige Problem mit dem Katalogisieren und daher sind
Stempel, die man KünstlerInnen aufdrückt, eigentlich ein Fall für den
Mülleimer. Schubladen sollen Krimskrams beinhalten, aber nicht zum
Einsortieren von MusikerInnen herhalten müssen. Im Fall von Hannah
beherrscht ihre Stimme die gesamte Bandbreite der Popularmusik. Sie ist
bestens ausgebildet, hat unter anderem in der Hannoverschen ‚Powervoice
Academy‘ studiert und leitete in Deutschland sehr bald als Vocal-Coach ihre
eigenen Kurse. Zurück in Österreich stellte das Leben für die talentierte
Gesangslehrerin die Weichen auf zwei Gleise um, die fortan parallel liefen.
Zur Musik kam nun auch Heiraten und Kinderkriegen. Heute steht vor Hannas
Alter die Zahl 3 und da das Leben kein Kopfbahnhof ist, wo die Züge nicht
still stehen, sondern in Bewegung sind, verändert sich im Laufe der Zeit so
einiges und wenn in diesem Leben dann Dinge geschehen, die nicht so lustig
sind, dann sagt Hannah dazu: ‚Meine Lieder schreibt mein Leben‘. Spätestens
jetzt ist klar, dass, wenn Hannah unbedingt kategorisiert werden muss, sie
dringend unter ‚Starke Frauen’ gereiht gehört.
‚Es muss aussa‘
ist das Debut-Album der Frau aus Tirol und
nein, sie ist keine Sing-, Tanz- oder Hüpfmaus. Dass in ihren Liedern die
Ziehharmonika vorkommt, ist kein Grund sie als Volksmusikantin zu
bezeichnen. Berührungsängste? ‚Nein, überhaupt nicht. Überall werden Grenzen
abgebaut, nur zwischen den Musikstilen sollten wir sie ziehen? Das ist doch
Quatsch‘, sagt sie, denn es gehe ihr nicht um Musikstile, sondern vor allem,
dass das Gefühl, welches sie in ihre Lieder legt, auch beim Publikum so
ankommt und dass die Songs die Adressaten auch erreichen, erkennt sie daran,
‚dass die Leut‘ plötzlich ganz still werden, wenn ich singe‘. Die Stille des
Zuhörers steht in diesem Fall für den Rückzug derselben in diesen heimeligen
Raum aus Stimme, Text und Musik. Dann, wenn ein Lied zu einem Ganzen wird
und Emotionen auslöst, die über einfaches Mitklatschen hinausgehen. Wenn
Hannah darüber singt, dass sie sie selbst bleiben will und sich der Liebe
nicht wegen verbiegen darf (‚Magst mi eh‘), dann würde sie sich selbst
aufgeben und wahrscheinlich genau das auf der Strecke bleiben, weshalb er
sich in sie verliebt hat. Wenn Hannah solche Texte singt, dann bringt sie
das auf den Punkt, was für die meisten ein unerreichbarer Traum ist: Die
bedingungslose Liebe.
‚Ich bin ein positiver Mensch und ich glaube
an die Liebe‘ und auf den Titelsong angesprochen sagt sie, dass es für sie
wichtig war die angestauten Erlebnisse der letzten 24 Monate rauszulassen.
‚Musik befreit mich. Ich habe mir bei der Arbeit zu dieser CD auch meinen
Dialekt erkämpft, denn der Dialekt gehört genauso zu mir wie meine Texte‘,
so Hannah und so steckt in der CD in der Tat sehr viel Hannah. Von 13 Songs
hat sie 10 getextet. Die Musik ist im Team mit ihrem Musikpartner Willy
Willmann entstanden. Der Produzent war es auch, der auf Hannah über ein
Demotape aufmerksam geworden ist und seither mit ihr den Karriereweg geht.
Der Titel des Albums ist ein
programmatischer Song. Was da alles ‚aussa‘ kam ist beachtlich. Hannahs
Stärken sind die Balladen. Es sind nicht einfach nur Liebeslieder, sondern
sie leben durch diese Symbiose von Text und Interpretation. ‚Du gehörscht
aonfach zu mir‘ ist so ein Lied. Es spielt nicht mit den Plattitüden von
Schlagertiteln, sondern ist in seiner Einfachheit schlichtweg bestechend.
‚Wir haben uns nix mehr zum Sagen‘ ist die genaue Kehrseite der
Gefühls-Medaille, dann wenn es zur Erkenntnis kommt, dass es wohl nix wird
mit all den Träumen, damals, als es als felsenfest sicher galt, dass wohl
nur der Tod die Trennung bringen darf. Aber das Leben ist kein langer
ruhiger Fluss: ‚I bin allweil für euch da‘ ist jenen Menschlein gewidmet,
die nicht zum Strandgut der Beziehung werden dürfen, dann wenn sich die
Geschichte anders als ursprünglich gegenseitig versprochen entwickelt hat.
‚Bleib bei mir‘ ist ein weiteres Highlight
des Albums. Es ist der Finalsong der CD. Er ist die gesungene Hoffnung, der
Blick aus dem Fenster welcher Wünsche und Gedanken Richtung Himmel schickt.
Mit diesen Wünschen entlässt Hannah ihre Zuhörer aber nicht ohne zuvor in
einigen Tracks des Albums auch darauf zu verweisen, dass sie dem Rhythmus
durchaus auch verfallen ist. Songs wie ‚Sterndlschaun‘, ‚I möcht mit dir
fliegen‘ oder ‚I kann nimmer länger warten‘ runden das Spektrum ab.
Hannah stand für Andreas Gabalier bei
einigen Gigs als Support-Act auf der Bühne, aber es wäre falsch sie als
weibliches Gegenstück des erfolgreichen Steirers zu bezeichnen. So reizvoll
dem Marketing-Strategen die Idee auch erscheinen mag, aber sie ist Unsinn.
Denn wie schrieb Cris Evatt? Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus:
Tausend und ein kleiner Unterschied zwischen den Geschlechtern. Hannah ist
Hannah und nicht Andrea, ihre Gefühlswelt ist es, die sie den Zuhörern
offenbart, einem Windstoß gleich hat sie ihre Lieder aus sich selbst in die
Welt geschickt. So wie kleine Pfeile, die irgendwo auftreffen und ihre
Wirkung entfalten. Da gibt es kein Rüberschwappen vom Rock zur Volksmusik,
sondern jedes Lied findet sich so, wie sie der Meinung ist, wie es gehört.
‚Es ist das Laufenlassen eines inneren Dranges‘, sagt sie und so wie nicht
jeder, der auf einem Pferd sitzt ein Cowboy ist, sondern einfach eine
ReiterIn, so ist Hannah einfach Hannah. Ein positiver Mensch, sensibel und
stark, mit Stimme und Talent gesegnet. Und es konnte der Musikszene nichts
besseren passieren, als dass all das aus dieser Frau einfach ‚aussa‘ musste.
-az-
Hannah im TV:
17.09.2011 | 20:15 Uhr | Musikantenstadl
| ORF 2 / ARD / SF
http://www.hannah-musik.at/
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