Marco Ventre "Sehnsucht war gestern"
Gleich vorweg: Ein lapidares „jetzt
singt der auch noch“ ist in diesem Fall
völlig fehl am Platz. Der verbale
Giftpfeil kann da gleich im Köcher
bleiben. Einfach, weil er an der
Realität vorbeischießen würde. Marco
Ventre singt nämlich jetzt „wieder“ und
nicht „auch noch“. Aber dazu später,
denn am Anfang steht ja immer der Beginn
der Geschichte.
Mitte der 70er Jahre, an den Ufern des
Zürichsee war es, als der Mann, der
heute den Kärntnern die Lokalnachrichten
im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
präsentiert, sie als gutgelaunter
Morgenmoderator im Radio aus den Federn
holt, als Sohn einer Kärntnerin und
eines Süditalieners geboren wurde. Ein
Alpe-Adria-Baby, das seine ersten beiden
Geburtstage in eidgenössischen Windeln
feierte. Capisco! Italienisches
Temperament, die musikalische Seele des
Kärntners, die Beharrlichkeit der
Schweizer. Attribute, die den Buben
bereits in den frühen Lebensjahren
geprägt haben. Das alles im Sternzeichen
Stier, ergibt einen Typ Menschen, der
weiß, was er will und das, was er will,
zumeist auch erreicht. Zumindest mag und
macht er keine halben Sachen.
Vom Strand des Zürichsees ist Marco
Ventre bald an die Ufer der Gail
(Kärnten) gezogen und auch das steht,
wie so vieles im Leben des Kärntners,
für Vielschichtigkeit, verläuft doch das
Gailtal nahezu gerade an der
geologischen Bruchlinie von West nach
Ost und ergibt die Grenze zwischen Süd
und Nord. Nach Italien ist es nur ein
Steinwurf. Im Winter kann man mit den
Skiern nach Italien und Slowenien
fahren. In diesem Dreiländereck wächst
der Bub heran.
Er interessiert sich für Musik. Sein
attraktives Äußeres prädestiniert ihn
für die Rolle des Frontmannes in der
Band. Die Stimme dazu bringt er auch
mit. Das Ganze funktionierte so gut,
dass Ventre mit den Formationen Rauhreif
und Carinzia Alpin regelmäßig durch die
Lande tourte. Man spielte bei jeder sich
bietenden Gelegenheit, diente als
Coverband und lernte das mühsame
Handwerk des
Profi-Unterhaltungsmusikers. Immer
freundlich, immer gut drauf sein. Es
ließ sich sogar davon leben. Gut, die
Bäume wuchsen nicht in den Himmel und
die dicken Autos fuhren sowieso immer
die anderen, aber es lief nicht
schlecht. Bis zu dem Zeitpunkt als beim
Sänger Ventre die Stimmbänder die weiße
Fahne raus hängten. Operation. Mit dem
Singen solle er noch warten, sagte der
Arzt, aber warten war damals schon nicht
Marcos Sache und so griff er viel zu
früh wieder zum Mikro. Das war’s. Aus,
vorbei mit dem Musikantenleben.
Ventre sattelte um auf Moderation. Von
der Bühne her hatte er Erfahrung im
Umgang mit dem Publikum. Er wusste,
welche Register er zu ziehen hatte,
damit die Menschen ihm zuhören. Er
heuerte beim Radio an und machte
Karriere. Zuerst bei den Sender-Piraten
von Radio Val Canale, dann bei Radio
Wörthersee und später bei Krone Hit. Von
dort holte ihn der ORF-Landeschef zu
Radio Kärnten. Am 1. Januar 2005 ging er
zum ersten Mal öffentlich-rechtlich On
Air.
Redegewandt, nicht auf den Mund gefallen
und keine Scheu vor irgendwas – der
nächste Schritt war das Fernsehen. Marco
Ventre wurde universell einsetzbar. Er
heizt die Menge auf, damit die „Starnacht“-Arena
ihrem Namen alle Ehre macht und die
Leute nicht Richtung Bühne schweigen, er
steigert auf der Wiese in Bad
Kleinkirchheim die Stimmung, bevor das „Musi
Open Air“ losgeht und beim „Musikantenstadl“
gehört er schon zum Sendungstross. „Ich
fungiere da an der Seite von Andy Borg
als Warm-Upper“, erzählt er. Nachsatz:
„Bereits seit zweieinhalb Jahren“. Kein
Einheizer vor ihm hatte so lange
durchgehalten. Gut, das ist kein
Lehrberuf aber man muss es schon können,
das Publikum auf Touren zu bringen und
der „Stadl“ ist da echt die
Champions-League.
Nichts ist dort schädlicher für die
TV-Übertragung als hängende Mundwinkel.
Bevor die Kameras auf Sendung gehen,
Licht und Ton angeschaltet werden, kocht
bereits die Halle. Doch dann, tags
darauf, wirkt Marco Ventre wieder sehr
seriös, wenn er in „Kärnten heute“
Nachrichten aus dem Bundesland vorträgt.
Ein Profi eben.
Ein Entertainer – mit
Entzugserscheinungen. Die alte Liebe,
die die niemals rostet, die Musik, sie
kam zu kurz und so ergab es sich, dass
in der Musikredaktion bei Radio Kärnten,
keine zwei Zimmer weiter vom
Sendestudio, der Herr Olschan seinen
Dienst als Musikfachmann versieht.
Olschan spielte bei den Surfern, einer
lokal sehr erfolgreichen Band und es kam
wie es so oft kommt. Man „redet sich
zusammen“. „Jetzt müssen wir einmal
miteinander etwas machen“ war kein
Lippenbekenntnis und von nun an werkelte
man gemeinsam im Kellerstudio. Song auf
Song entstand und das Ding begann die
ersten Schritte zu machen.
„Sehnsucht war gestern“ ist einer dieser
Titel und der wurde zum Grand der
Volksmusik 2010 eingesandt. Musik:
Andreas Martin, Text: Bernd Meinunger.
Beide keine Unbekannten in Schlagerland
und die Jury votete das Lied in die
lokale Vorentscheidung. Am 22. Mai 2010
gab es in Österreich die Vorentscheidung
zum Grand Prix der Volksmusik und die
Newcomer Marco Ventre & Band waren die
sympathische und überzeugende
Überraschung des Abends. Sie haben den
Vorentscheid mit ihrem Titel „Sehnsucht
war gestern“ gewonnen!
Marco Ventre & Band werden beim Finale
am 28. August in Wien die große Bühne
der internationalen Volksmusik- und
Schlagerszene betreten und sie werden
auch dort das Publikum mit ihrer
gewinnenden Art und ihrem Können
beeindrucken.
Ventre ist froh, dass es geklappt hat,
aber dem olympischen Gedanken kann er
nicht allzu viel abgewinnen.
Sternzeichen Stier. „Nur dabei zu sein
ist mir ein bisserl zu wenig“, sagt er
und man merkt, der Stier scharrt mit den
Hufen. Er will gewinnen und weiß aber,
dass alles drin ist. Vom Sieg bis zur
Niederlage. Da muss er durch, denn wer
nicht wagt, der nicht gewinnt und
Herausforderungen sind dazu da, um
angenommen zu werden. Was aber, wenn der
Mann mit dem Namen, der wie ein
Künstlername klingt, aber keiner ist,
den ganz großen Durchmarsch macht? Was
dann, wenn er im Finale den Bergkristall
ersingen sollte? Alles aufgeben, nur
mehr Musik machen? „Nein“, sagt er, dazu
tut er das, was er tut, einfach zu
gerne. „Es ist sich bisher ausgegangen
und es wird sich auch in Zukunft
ausgehen. Von der Bühne bin ich schon
direkt in den Sender gefahren und hab
die Morgenshow moderiert. Zum Schlafen
komm’ ich halt weniger, aber das bin ich
gewöhnt“, sagt Ventre und man glaubt es
ihm.
Sein Leben hält den Mann jung und fit.
Den Stress sieht er positiv. Die
Sehnsucht war gestern, ist heute und
wird morgen immer noch da sein.
Jetzt gibt’s da dann auch die Band im
Rücken mit der sich richtig geile
Live-Musik machen lässt. Die
Leidenschaft lebt somit, das erste Album
„Sehnsucht war gestern“ ist fertig und
erscheint am 20. August 2010.
Man wird sehen, wie sich der chronisch
gut aufgelegte Typ mit dem dünnen
Bärtchen am Kinn im Schlagerland
durchschlägt. „Nur keine Routine“ will
er in seinem Leben haben, meint er.
Mehr Infos zu Marco Ventre & Band:
www.marcoventre.at
www.ariola.de
www.sonymusic.de
www.insidesonymusic.de
Tracklisting |
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1
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Sehnsucht war gestern |
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2
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Ganz viel von dir |
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3
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Dein Flieger wartet nicht |
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4
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Wunderwerk Seele |
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5
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Leuchtender Komet |
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6
|
Alles wegen dir |
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7
|
Das
erste Mal im Leben |
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8
|
Aber heimlich |
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9
|
Narben auf dem Herzen |
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10
|
Ich
hab es satt |
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11
|
Lass mich die Liebe spür'n |
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12
|
Jenseits deiner Liebe |
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13
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Sehnsucht war gestern
(Party-Mix) |