|
ANDREAS GABALIER & BAND
VolksRock n Roller Tour 2012

Da steht er auf der
Bühne und Tausende vor ihm, die nicht mehr einzukriegen sind. Schon der Weg hin
zur Bühne ist für den Steirerbuam jedes Mal eine neue Herausforderung. „Mir
taugt’s. Es ist doch super wie’s ist“, sagt er und kommt mit dem
Autogrammeschreiben nicht mehr nach. Das Bad in der Menge genießt er und wundert
sich selbst immer wieder darüber, wie schnell eigentlich alles gegangen ist.
Rückblick: Im Februar 2009 traf ich auf einer Autobahnraststätte zum ersten Mal
auf Andreas Gabalier. Vor mir saß ein junger Mann, Jus-Student aus Graz, der in
seinem Keller einige Lieder geschrieben und aufgenommen hatte, diese übers
Internet ihre Kreise zogen, das regionale Radio auf ihn aufmerksam wurde und ihn
schließlich der Label-Betreiber Klaus Bartelmuss unter Vertrag genommen hatte.
30 Monate ist das nun her und in diesen zweieinhalb Jahren hat sich die Welt für
den Burschen auf den Kopf gestellt. Die ersten Lieder, die ersten TV-Auftritte
und die Karriere hob ab wie ein Feuerwerk. Heute ist er der derzeit
erfolgreichste österreichische Interpret – über alle Genres hinweg, wohlgemerkt.
Niemand verkauft mehr Musik als Andreas Gabalier. Das Album ‚Herzwerk‘ steht
seit über einem Jahr in den Charts und auch die Debüt-CD ‚Da komm‘ ich her‘ ist
nicht minder lebendig. Der Hit ‚I sing a Liad für di‘ läuft querbeet in den
Clubs und wird allerorts gecovert. Diese rasante Karriere des Andreas Gabalier,
sie ist die Ausnahme von der Regel der Statistik. Was sonst gut und gern fünf
Jahre dauert, es wurde hier in Rekordzeit erreicht und nicht nur der Biograf
steht staunend da ob dessen, was sich entwickelt hat.
Heute: Ich treffe Andreas Gabalier wieder. Ein
neues Album steht an und es gilt die Biografie weiter zu schreiben. Wir haben so
ein Autobahn-Verhältnis. Beide viel unterwegs und daher treffen wir uns meist
irgendwo im Land. Diesmal war es die Autobahnabfahrt Ilz – Fürstenfeld. A2,
Steiermark. Zufällig. Es war der Punkt den das Navi ausrechnete, wo wir beide
zum gleichen Zeitpunkt, aus unterschiedlichen Richtungen kommend, aufeinander
treffen würden. Runter von der Autobahn. Rein in die erste Ortschaft und beim
Kirchenwirt einparken. Irgendwo in Ruhe über das neue Album reden. Der junge
Mann, der im Garten des Wirtshauses vis-a-vis von mir sitzt, strotzt vor
Selbstbewusstsein und die Freude am Tun blitzt aus den müden Augen. Gestern
war’s wieder spät, eigentlich war ja gestern schon heute… Klar, er ist dauernd
auf Achse, aber es ist wie es ist und, wie gesagt, das genießt er. Beim
Kirchenwirt ist es so wie derzeit überall, wo Andreas auftaucht. Es baut sich
unmittelbar was auf. Zuerst wird geschaut. Dann: Die Handykameras werden
gezückt, Autogramme geschrieben, das Gästebuch aufgeschlagen. Die Weiblichkeit
im Ort ist offenbar gut vernetzt und so ist der Unterschied zwischen damals, vor
30 Monaten und heute einer, der sich an der Zahl aufgeregt auftauchender Mädels
messen lässt.
‚Wiegen und Wälzen‘
Der Begriff ‚Rock’n’Roll‘ steht im Slang gesprochen für ‚wiegen und wälzen‘. Was
auch damit verbunden ist nennt Wikipedia förmlich ‚Beischlaf‘. Das neue Album
von Andreas Gabalier heißt ‚VolksRock’n’Roller‘ und genau darin liegt
wahrscheinlich die Erklärung des fulminanten Erfolges. Rock’n’Roll nicht nur als
Musikrichtung, sondern ebenso auch als ein Lebensgefühl, das nicht in eine
einzelne Schublade passt. Unterschiedliche Spielarten von einer aus sich heraus
entstandenen, urwüchsigen Form von Unterhaltung. Musik ist Emotion, Emotion ist
auch an Tabus kratzen, Grenzen sprengen, die Regeln hinterfragen. Andreas
Gabalier hat seine Kernzielgruppe längst gesprengt. Er springt auf seinen
Spielfeldern wie der Joker hin und her. Die Ziehharmonika, die Lederhose, beides
lässt sofort Rustikales vermuten. Die Haartolle und der berühmte Arschwackler
sind das genaue Gegenteil und selbst wenn jetzt die Puristen zum Aufschrei
ansetzen… Leute, war das damals, als 1955 ein junger Ami im Fernsehen nur von
der Hüfte aufwärts gezeigt wurde, weil die Bewegungen als zu obszön galten,
nicht irgendwie genauso? Das, was da ausgelöst wurde, es war ebenso nicht
aufzuhalten. Der junge Ami, der die Musik der Schwarzen inhalierte und sein
eigenes Ding draus machte. Nicht Schwarz, nicht Weiß sondern einfach nur für
alle cool und das Publikum kollabierte ob der Kraft dessen, was da geschah.
Bei Andreas Gabalier begann die Mutation vom
Musikanten zum VolksRock’n’Roller, als er sich entschied, kreativ seinen eigenen
Weg zu gehen. Berater gibt es zuhauf, aber es gilt sich durchzusetzen, um sich
selbst nicht zu verlieren. Kein Reißbrett-Künstler sein. Das war der unbedingte
Wille und dieser war optisch an der Haartolle zu bemerken. Die Stirnfransen
wurden zurück gekämmt und aufgetürmt. So öffnete sich sein Gesicht, es gab nun
mehr Persönlichkeit frei und die Augen wurden die Fenster zur Seele. Die
Interaktion mit seinem Publikum feuert den Musiker dabei an. Er spürt, dass ihm
die Menschen zuhören, es mögen, dass er ist wie er ist und ihm den Freibrief
dafür gaben, sich zu entwickeln wie er will. Heute ist es so, dass er die
Menschen dazu aufruft in Tracht zu seinen Gigs zu kommen und Lederhosenschneider
und Dirndlverkäufer sind baff ob der Leute, die sich da auf einmal in ihren
Läden tummeln. Er holte die Tracht aus ihrer traditionellen Ecke und gibt ihr
eine Portion Rock’n’Roll und Coolness. Er pfeift da und dort auf Political
Correctness und singt über Dinge, wie sie tagtäglich im Land passieren, und wenn
die ersten zehn Reihen beim Konzert ihm im Dirndl die Dekolletés präsentieren,
dann ist auch das wieder ein Grund, das Leben zu lieben. Es war nicht immer so
freundlich mit ihm umgegangen, wie man weiß, aber das ist seine Sache und er hat
jedes Recht das ‚Bitte nicht stören Schild‘ an sein Privatleben zu hängen.
Die neue CD von Andreas Gabalier ist von Anfang bis zum Ende wieder seine CD.
Heißt: Text und Musik stammen von ihm. Geholfen, das Teil in den Kasten zu
bekommen, hat der Produzent Matze. Zwölf Titel. „Ich schreibe und singe das, wie
ich das Leben sehe, Situationen erlebe und ich glaube das ist es, weshalb sich
so viele Menschen in den Liedern wiederfinden“, sagt er und damit das alles auch
optisch nicht am Bühnenrand in die Normalität abgleitet, baut er sich selbst
einen Mikrofonständer aus Wurzelholz, einem Rehgeweih, vorn drauf hängt ein
kleines Kalb aus Stoff: „Mein alter Mikrofonständer ist mir auf die Nerven
gegangen“. So einfach ist das… Blinkende, rote kleine Rehgeweihe zum Aufsetzen,
die schweben ihm auch noch vor. Dann ist da das Reh. ‚Sweet Little Rehlein‘ –
der Song wird live optisch unterstützt von einem Reh aus Stroh und wenn er die
Hände auf der Bühne frei haben möchte, dann steckt er das Mikro in einen eigens
angefertigten Gürtel, den er um den Leib geschnallt trägt. Es ist bei Andreas
Gabalier so vieles außer der Norm und es tut so gut, dass das so ist. Rot / weiß
karierte Schneuztücherl als Gimmick, ‚weil der Opa immer eines einstecken hatte
und uns Kindern damit die Nase geputzt hat‘ und die Menschen verwenden plötzlich
wieder Stofftaschentücher…Kaufen sie im Zehnerpack.
Die CD ist musikalisch ebenso wenig einzuordnen wie der Mann selbst. Es kracht,
es stampft, es rockt, es brennt die Almhütte genauso wie der Subwoofer im tiefer
gelegten 2er Golf. Vom ‚12ender-Hirsch‘ bis zum ‚Frühwirth‘. Den Andi Frühwirth,
den gibt’s sogar tatsächlich. ‚Mein bester Freund und wenn wir losziehen, dann
scheppert‘s und genau ihm ist dieses Lied gewidmet‘, sagt er. Weiß das der
Frühwirth? ‚Klar, der ist stolz drauf‘. Und das Foto im Booklet? ‚Ja, genau, das
ist er, mit a bissl an Dampferl‘. Heißt übersetzt: Andi Frühwirth, abgelichtet
und gezeichnet vom Zug durch die Stadt. In dieser Tonart geht es weiter. ‚Meine
Stewardess‘… Ein Hit, auch und vor allem wegen seiner direkten Erzählweise.
‚Heimatsöhne‘?. ‚Meine Heimat ist dort wo ich bin. Die Engländer sagen Home is
where the heart is und genauso empfinde ich das auch.
Wenn ich am Berg oben steh, runter schau, dann weiß ich, da bin ich her und ich
bin froh, dass das Leben mich hier her verpflanzt hat. Heimat ist in mir drin,
wie mein Herz…‘, erklärt Andreas und es gäbe noch so viel über die CD zu
schreiben. Klar können Diskussionen entstehen, aber Rock’n’Roll war noch nie
eine keimfreie Zone und VolksRock’n’Roll ist das schon gar nicht. Es gibt da
jedoch ein Lied auf der CD, das noch erwähnt gehört. Es ist das letzte Lied am
Album. Es steht irgendwie für sich. Wie ein Geschenk, das der Andreas dem Hörer
noch zum Schluss mit auf den Weg geben will. Es heißt ‚Kleiner Schmetterling‘,
ist in einer einzigen Nacht entstanden und es ist auch der Weg des Musikers
zurück zum Klavier, den er viele Jahre nicht gefunden hatte. Lassen sie sich
diese Geschichte von ihm persönlich erzählen, denn so bekommt sie Kraft und
Ausdruck. Wenn er ihnen über den Weg läuft, dann sprechen sie ihn darauf an, er
wird sich dafür gerne die Zeit nehmen.
Die CD ist am Weg in die Läden, beim Kirchenwirt längst wieder Ruhe eingekehrt.
Andreas Gabalier ist dort, wo er sein will. Auf und neben der Bühne. ‚Schlafen
gehen, das kann ich später auch‘, sagt er und wenn ihm danach ist, dann geht er
ins öffentliche Bad und dann ist das so wie beim Kirchenwirt, nur zum Quadrat.
Keine Security, keine Bodyguards, sondern das lustige, stets für Überraschungen
sorgende Leben mitten unter den Leuten. Auf dieser, seiner Welle surft er nun,
genießt jede Minute, lässt die Menschen, die ihn mögen daran teilhaben und wie
gesagt, ‚liegen gehen, kann ich später auch. Das Leben hat ja gerade erst
angefangen‘. Conclusio: Das ist der A-Wop-bop-a-Steirisch-lop
a-lop-bam-Arschwackler-VolksRock’n’Roller
-Andy Zahradnik / Musikjournalist-
Das Album „VolksRock’n’Roller" (Best.-Nr. CD 2775435) ist ab
dem 14. Oktober 2011 im Handel erhältlich.
Österreich
Tour 2012
26.04.2012 SALZBURG, Sporthalle
Alpenstraße
27.04.2012 WELS, BRP Rotax Halle
29.04.2012 INNSBRUCK, Dogana
03.05.2012 ST.PÖLTEN, VAZ
04.05.2012 WR. NEUSTADT, Arena Nova
05.05.2012 GRAZ, Stadthalle
06.05.2012VILLACH, Stadthalle
10.05.2012 Wien, Stadthalle D

www.andreas-gabalier.at

|